Neonsol – Another Day (EP)

Eine Review von unserer Wetterhexe

Am 01. September 2017, veröffentlichte die dänisch/kanadische Band Neonsol, ihre EP mit dem Namen „Neonsol – Another Day“. Es sind fremdartige, aber unheimlich schmeichelnde Klänge, die mich die Ohren spitzen ließen und meine volle Aufmerksamkeit auf sich zogen. Das Album ist dahingehend ungewöhnlich, dass von acht Songs, zwei jeweils im Original zu hören sind und zwei (Another Day und Heat) in einer Remix-Version.

Gegründet haben sich Neonsol im Jahre 2009, ihre Entwicklungsphase dauerte zunächst bis ins Jahr 2010, in welcher sie sich step-by-step weiterentwickelten. Im Jahre 2012 hatte sich ihnen Frederic Scarfone, (bekannt durch seine Arbeit mit Memmaker, Iszoloscope und Norad) angeschlossen und ihre Entwicklung war jetzt vollkommen.  Sie beschwören mit ihren Songs eine so traumhafte Gelassenheit herauf und überschwemmen unsere Sinne, mit der warmen und weichen Stimme von Nina. Das Trio versucht mehrere Genres zu vereinen und machen das nach meiner Meinung brillant.

Das Debütalbum „Ecliptic“ veröffentlichten Neonsol ganz überraschend im Jahre 2014 und das dänische Trio lieferte mit „Ecliptic“ mehr als nur ein grundsolides Album ab. Die Band ließ 2014 schon erahnen, dass da noch mehr kommen wird. „Ecliptic“ zeigte aber auch, dass die Band noch nicht wusste, in welche Richtung sie gehen wollen. Typisch sind für sie auf jeden Fall Elemente aus Industrial, Synthpop, EBM und noch anderen Stilelementen. Das sind diese, für mich fremdartig klingenden Töne. Manchmal höre ich Ansätze, die an Bands wie Mesh, Collide, VNV Nation, Faderhead, Combichrist erinnern, aber es klingt trotzdem so eigen, dass ich sagen muss, es sind die Töne, Klänge und Songs von Neonsol. Es klingt nichts nachgemacht, der Sound der den Analogsynthies entspringt, sorgt für pochende Bässe, wohl dosierte Einsätze von Klavier und Effektgeräten. Ihre Songs sind positiv, fast schmeichelnd und der Gesang von Nina und Jesper passt wunderbar zur Musik.

Ich finde, man kann tatsächlich sagen, es ist elektronische Musik aus einer anderen Welt und mittlerweile auch in ihrer eigenen Richtung. Der Albumtitel „Another Day“ ist eine verträumte Elektropop-Hymne, die durch die hypnotisierende Stimme von Nina und dem außergewöhnlichen Bariton von Jesper, zurecht den Albumtitel trägt. „Forever“ ist eine witzige Electro-Pop-Hymne, absolut „dancefloorgeeignet“ und ein echter Ohrwurm. Das Besondere an dem Song „Another Day“ ist, dass Neonsol es schafft, besondere Geräuscheffekte und einige unwiderstehliche Basslinien einzubauen. Die Remixe auf dem Album sind von Rotersand, ESA und Gelting gemacht worden, außerdem findet sich auf dem Album eine neue Version von “Lights Out” (wie auf dem Debüt-Album in voller Länge).

Track-List

01 Another Day
02 Forever
03 Heat
04 The Garden
05 Another Day (Rotersand Rework)
06 Heat (Hotter Than Hell Remix by ESA)
07 Manipulation (Gelting Remix)
08 Lights Out Mk. II

Line Up

Nina Io — Vocals, Keys
Jesper Io — Vocals, Keys
Fred Scarfone — Producer, Live Percussions

Das neue Album offenbart frische und tanzbare EBM-Songs. Ihre Songs machen gute Laune, meine Finger und meine Beine waren beim Schreiben der Review, bzw. beim Hören der Songs permanent in Bewegung. Für jeden EBM-Fan ein absolutes Muss. Bei mir läuft das Album meist auf dem Hinweg zur der Arbeit – die Gute-Laune-Garantie schlechthin.

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