Krähe mit dem ersten Album Krähe

Eine Review von unserer Wetterhexe

Am 26.10.2017 veröffentlichte die Band Krähe ihr erstes Album, mit dem Album-Namen “Krähe“. Hinter dem Bandnamen Krähe verbirgt sich niemand geringeres als Stefan Krähe, der Gründer der Band Six. Stefan Krähe, der sich in 25 Jahren mit Six von einer reinen Coverband, zu einer erfolgreichen und ernst zunehmenden Deutschrockband gewandelt hat. Schon die letzten drei Alben von Six zeigen auf, welch unheimliche Wandlung und Weiterentwicklung, die Band durchlebt hat. Offensichtlich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um einen Neustart mit Krähe zu wagen.

25 Jahre Six mit Stefan Krähe an der Front: zwei, nein eigentlich drei Six-Kollegen beschreiten den neuen Weg mit ihm: Andreas Giersch, Jürgen Schötz und Freddy Hau, der schon die letzten Monate Gitarrist Frank Engelmann ablöste. Der neue Mann heißt Norman Gatzke.

Beim Hören des Albums merkt man sehr schnell, dass Stefan Krähe mit seiner Musik, hier aktuelle Themen aufgreift. Es ist ein Album, mit Songs die Tiefgänge haben. Das ist keine Musik, die nur durch ihre Töne und Melodien besticht. Es sind die Themen wie Religion, dass auf der Welt mehr Krieg als Frieden herrscht, Überwachung und auch eigene Schicksalsschläge, die uns hier zum Nachdenken anregen. Wer ein bisschen hinter die Fassade von Krähe schauen möchte, der hat hier die Gelegenheit dazu. Ich finde schön, wenn man merkt, wie die Menschen ticken, denn die die sich verstecken, haben meistens was zu verbergen.

Schon der Opener „Ich brauche keinen Gott“, hat unverkennbar den „Six-Sound“ – gewagt – aber durchaus ein zeitgemäßes Thema. Die ganzen Glaubenskriege auf der Welt, damit werden wir doch jeden Tag konfrontiert. Krähe spricht sicherlich nicht nur mir, mit der Aussage, „Wäre die Liebe im Herzen eines jeden die einzige Religion, wäre die Welt ein besserer Ort“, aus der Seele.

Der Titel „Nie zu spät“ lässt die wissend nicken, die das Erlebnis schon hatten, dass es den Menschen gibt, der unsere Welt durcheinanderbringt, wir uns Fragen stellen mussten und unser Leben neu sortieren mussten. „Nie zu spät“ lässt aber auch die hoffen, die es noch vor sich haben, also nicht aufgeben.

„Keinen Bock“ – mit diesem Titel macht Stefan Krähe sich Luft. Er nützt den Song dazu, um den Hörer mit sehr deutlichen Worten aufzuwecken, aufzurütteln, erkennen und zu ändern, was auf der Welt alles schief läuft. Wer möchte, kann sich hierzu das Video auf YouTube ansehen.

Wie fast auf allen Alben, hat auch Krähe Songs, die leiser, die melancholischer sind. Stefan Krähe besingt in seinem Song „Das Leben“, dass manche ein schwereres Päckchen zu tragen haben, als andere. Der Song erzählt von den Höhen, den Tiefen und eben von diesen Menschen, die so eine unerschöpfliche Kraft haben und weitermachen. Die Stimme von Stefan Krähe verleiht diesem Song genau das Gefühl, mit der nötigen Willensstärke, die mir dabei unter die Haut geht. Gänsehaut pur.

„Fühl dich frei“ ist ein Weckruf, damit will er uns aufrütteln und wachsam machen. Jeder weiß, dass man uns mittlerweile beobachtet und überwacht, sozusagen „Big Brother is watching you“. So direkt konfrontiert, muss man sich jetzt mit den Gedanken auseinandersetzen. Ich finde es cool, dass diese Themen auch besungen werden.

Der Song „Mein Sohn“ ist eine Liebeserklärung, von Stefan Krähe an seinen Sohn. Gibt es was Schöneres, wenn der Vater dem Sohn einen Song schreibt bzw. widmet? Ich finde, mehr an Gefühlen geht nicht. Eine wunderschöne Ballade und auch dazu gibt es ein Video auf YouTube.

Im „Strudel des Lebens“, ist mein persönlicher Favorit auf dem Album Krähe. Stefans Stimme krabbelt mir regelrecht unter die Haut und die Melodie ist so stimmig, zu den gesungenen Worten.

Mit dem Song „Ich bin raus“, ist die gute Laune absolut gerettet. Der Song kommt überraschend fröhlich daher, da die meisten Songs doch sehr ernste Themen behandeln. Dieser Ohrwurm ist unheimlich beschwingend und macht richtig Laune auf Sommer, Sonne und auf Urlaub, auch zum mitpfeifen oder mitsummen.

„Ehre wem Ehre gebührt“ ist in meinen Augen der Song mit dem Blick zurück, auf vergangene Zeiten, die ruhmreich und erfolgreich waren. Deswegen hege ich auch keinen Zweifel, dass es mit Krähe genauso gut läuft, wie mit Six.

Um Kindheitserinnerungen geht es bei dem Song „Meine Heimat“ – Erinnerungen die wir alle in uns tragen. Stefan Krähe hat wieder eine wunderbare Brücke von Text zu Musik und Musik zu Text geschlagen. In meinen Augen ein sehr brillanter Song.

Bei den letzten beiden Songs „Offene Wunden“ und „Bis zum nächsten Mal“, lässt uns Stefan Krähe – wie in meiner Einführung schon beschrieben – hinter die Fassade des Musikers blicken. Man hört heraus, dass auch er schon Schicksalsschläge meistern musste. Mutig ist es von jedem Künstler, die Fans daran teilhaben zu lassen und das vielleicht auch so zu verarbeiten.

Ein „Muss“ für jeden Six und jetzt „Krähe“-Fan. Es ist ein sehr gelungenes Album, es regt zum Nachdenken an, zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht, also was will man mehr. Tiefgang und tiefsinnige Texte sind das, was ich in Verbindung mit unheimlich schönen Melodien, aber auch Gitarren-Solos, mit mal härteren Riffs und pochenden Drums mag.  Stefan Krähe hat das alles wunderbar in seine Songs gepackt. Mein Tipp – die Videos bei YouTube anschauen und bei Gefallen das Album kaufen oder downloaden.

Line Up

Stefan Krähe (Gesang)
Freddy Hau (Gitarre)
Norman Gatzke (Bass)
Andreas Giersch (Keyboard)
Jürgen Schötz (Schlagzeug)

Track-List

01 Ich brauche keinen Gott
02 Nie zu spät
03 Keinen Bock
04 Das Leben
05 Fühl Dich Frei
06 Mein Sohn
07 Im Strudel Des Lebens
08 Ich Bin Raus
09 Ehre Wem Ehre Gebührt
10 Meine Heimat
11 Offene Wunden
12 Bis Zum Nächsten Mal
13 Mein Sohn(Radio Edit)

Gesamtlänge: 51:26

Kontakt

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Stefan Krähe
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