Wie hat die neueste CD von Künstler/Band X oder Y abgeschnitten? Hier schreiben wir es für Euch auf.

Darkness on Demand – City of the Dreamers (EP)

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Wagner, Falgalas und Chris L. meldeten sich anno 2017 kurz mit einem Distanzierungspost unter dem alten Synonym Dance or Die zurück. Dann folgte die Erkenntnis, man habe sich musikalisch weiter entwickelt… Kurzerhand entstand also Darkness on Demand.

 

Darkness on Demand - City of the Dreamers

Bereits der Titelsong geht ins Bein und ist perfekt für die Tanzfläche geeignet. Aber nicht nur, dass City of the Dreamers ein tanzbarer Song ist, es ist auch eine Utopie in der eine Zukunft beschrieben wird, in der wir leben wollen. Kreativ, korruptionslos, frei von Kriegen… Fracking all the rules ist nicht nur treibend, sondern auch etwas härter aufgebaut. Im Prinzip scheint das Trio hier die Regeln aufbohren zu wollen. Während We take Revenge ganz klar nach einer Abrechnung klingt… also liebe Arschlöcher & Egoisten seid vorsichtig. Darkness on Demand bringen das Karma zu Euch. Der DoD Mix des Titelsongs ist noch etwas eingängiger als das Original und bringt dadurch die Tanzflächenqualitäten des Songs noch mehr zum Tragen… Wir stürmen heut das Parlament erinnert stark an DAF oder alte Die Krupps, Old School EBM trifft auf einen Text der einen zum Nachdenken anregt. Lass den Körper bluten… Body Bleed im Kunstwerk Remix überrascht ein wenig, würde ich ihn doch eher in die Space- / Alien-Pop Ecke stecken. Nichtsdestotrotz nicht nur ein Track zum Hören, sondern zum durchaus beschwingten Mitwackeln und geschmeidigem Tanzen.

 

Insgesamt legen Darkness on Demand mit „City of the Dreamers“ eine vielseitige EP vor, die nicht nur aus raffinierten Melodien und Dancefloor Grooves besteht, sondern eben auch mit zum Nachdenken anregenden Lyrics um die Ecke kommt.

Weiterhin dürft ihr Euch auf die, bereits in den Startlöchern stehende, 2. Single und das am 23.02. erscheinende Album „Post Stone Age Technology“ freuen.

Tracklisting:
01 City of the Dreamers (DoD Mix)
02 Body Bleed (Kunstwerk Remix)
03 Fracking all the Rules
04 The Fire is not out
05 We take Revenge
06 Wir stürmen heut das Parlament
07 City of the Dreamers (Album Version)

Label: Repo Records

Rezension – Ost+Front – Adrenalin – VÖ 16.02.2018

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Da liegt sie nun…. “Adrenalin” soll der Titel sein… Versprechen, Verheißung, oder gar eine Drohung…?

Eine Rezension von Rüdiger Borchard

…Und ich muss schon zugeben, es kribbelt ein wenig im Bauch. Denn ich war schon lange nicht mehr so auf gespannt auf ein Album wie auf Adrenalin.

Wer es jetzt immer noch nicht weiß: die Rede ist von Ost+Front, dieser martialischen Kapelle die sich in Kostüme wandet und klebrig-obszön jede Bühne in ein Theater der modernen Kunst verwandelt, die blutverschmierten Gesichter und Masken sind hierbei ja schon fast obligatorisch.

Und eins ist so gewiss wie das Amen in der Kirche, dieses Album erhält, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, den schmückenden Sticker „EXPLIZIT“.
Am 16. Februar 2018 erscheint Adrenalin, natürlich gefolgt von einer ansehnlichen Europa Tour vom 17.2. bis zum 28.4. 2018. Ich bin gespannt und freue mich auf den Adrenalinschub!

01 Adrenalin – so startet es also gleich mit dem Titelsong des Albums…
  • Eingängig stampft der Rhythmus in den Gehörgang, und ich warte auf die Überraschung…
    Diese bleibt jedoch aus, ich bin ein wenig ernüchtert… Ja die Musik gefällt, aber ist „gewöhnlich“, ja nahezu schön, was nicht zuletzt auf den exakten Satzgesang zurück zu führen ist. Schöner Song, aber das kann doch nicht alles gewesen sein…
02 Heavy Metal – klingt viel versprechend… vom Titel her…
  • Kerzengerade hämmert ein Beat durch den Song, Der Text liefert eine Hommage an den „Krieger mit wallendem Haar“, beschreibt aber eher die Globalisierungsstrategie eines modernen Großkonzerns in einer etwas überspitzten und sarkastischen Sichtwiese… ansonsten unterhaltsam aber auch kein Highlight, zumal die Gitarre ein wenig hinter den Keyboardsounds zurück steht
03 Disco Bukkake – jetzt aber…
  • So langsam kommen wir der Sache näher, schön zweideutig, mit leicht perverser Schilderung unschöner Details im bekannten treibenden stampfen lädt dieser Song zum Kopfkino ein und der Fuß beginnt unweigerlich zu wippen und ohne es bewusst zu wollen dreh ich ein bisschen lauter…
04 U.S.A
  • Ein Lobgesang auf weites Land, Weißkopfseeadler, Büffel und den Marlboromann?
    Weit gefehlt… Hier kriegt einer sein Fett weg, der es eigentlich gar nicht verdient hat in einem Lied besungen zu werden. Geschmackvoll umgesetzt, mit leicht verspielten akustischen Ansätzen im Outro, die diesen Text noch einmal so richtig sacken lassen…
    Gesamtheitliche Kritik an einem System aus Lügen auf den Fundamenten der menschlichen Dummheit erbaut…
05 Puppenjunge
  • Richtig schwerer Stoff… nichts für das sanfte Gemüt… Getragen, mystisch und abscheulich… eindeutig Ost+Front – mit einem schönen eingänglichen Refrain der zum mitsingen einlädt.
06 Blattzeit
  • Das kleine Adrenalin wächst, der Rhythmus wird schneller die Texte obszöner und eindeutig zweideutig…
07 Arm und Reich
  • Erinnert musikalisch sofort an Rammstein und ich vermisse zuerst das rollende R…

Eine Klage an die gesellschaftliche Trennung laut dem Titel des Songs und der Chancenungleichheit in unserer Gesellschaft… treffend und hart auf den Punkt gebracht.

08 Böses Mädchen
  • Das Spiel zwischen Macht und Demut bis zur völligen Aufgabe… in der Ausschmückung hätte ich bei diesem explizitem Thema mehr erwartet…
09 10 Jahre Ost+Front
  • Wie der Titel schon sagt, Ost+Front sind nun 10 Jahre alt, und kein bisschen leise…

Sie nehmen euch mit auf ihrer Reise zu den Abgründen der Menschheit… mehr muss man darüber eigentlich auch nicht sagen…

10 Edelweiss
  • Ja – da isses, das musikalische Highlight… also das erste gut sortiert, Gitarren vorn, gezielt untermalt und umspielt von den synthetischen Klängen der Tastenfraktion… das macht Spass
11 Hans guck in die Luft
  • Die Freiheit in der Selbstzerstörung… Tendenzen zum Suizid und der Angst vor der Umsetzung. Die letztendlich Freiheit im Tod – schöner Song mit sehr gutem Text zum Thema. Spielerisch geht man hier mit der schwierigen Thematik um und umschreibt beispiellos die Gedanken und Gefühlswelt der Menschen die mit dieser Welt nichts mehr anfangen können…
12 Du gehst mir unter die Haut
  • Eine Beschwörung der Motivitation und den glauben an sich selbst, erzählt in der wir-form… Seltsame Befindlichkeit in Zwiespalt der Selbstbeweihräucherung und dem Optimismus der uns am Leben erhält in einem etwas belanglosen musikalischem Gewandt… Der Text verwirrt mich und ich bin ein wenig hin und her gerissen – allein das macht diesen Titel interessant.
13 Alte Liebe
  • Auch hier versteht man es die Doppeldeutigkeit per excelance durch Gegenüberstellung ad absurdum zu führen. Das positive „Alte Liebe rostet nicht“ aufgeführt mit dem Gegensatz der schwindenden der Attraktivität im Alter. Natürlich sehr explizit ausgeschmückt wie man es an dieser Stelle erwartet.
14 Ich will alles
  • Die Party- und Mitgröhlnummer die mit Sicherheit auf keinem Konzert fehlen wird… Hinzu kommt die Huldigung von diversen Bewusstseinserweiternden Substanzen… Definitiv Party Charakter.
15 Bluthund
  • Uptempo im Wechsel von flüsterndem Sprechgesang und einem brachialen Refrain, geht im zweiten Teil fordernd und treibend nach vorn, da wird man live sicherlich den ein oder anderen Moshpit sehen. Ob mit dem Bluthund wohl eine Abwandlung des inneren Schweinehundes gemeint ist… Mir gefällt dieser Gedanke
16 Rosenkavalier
  • Die ewige Geschichte der verschmähten Liebe wird hier metaphorisch auf die Spitze getrieben… Hier reichen nicht etwa die Nadelstiche in der Brust des nicht erwiderten Begehrens, nein hier darf es auch mal ein Fleischerbeil sein… da bekommt die Anwandlung „Kopflos durch die nacht“ direkt eine viel klarere Bedeutung…
17 Willenskraft
  • Ein würdiger Abschluss für dieses Album, gefühlvoll, akzentuiert, druckvoll – Mit Willenskraft vorbei an der Normalität, der allgegenwärtige Kampf zwischen den wirren Gedanken und der biederen Realität, zwischen angepasster Substituierbarkeit und der eigenen Individualität an der Grenze zur multiplen Persönlichkeit… besser kann man das gar nicht, nicht auf den Punkt bringen…

Adrenalin – das war es also? Hm…

Ein schönes Album mit vielen unkonventionellen Parallelen und ausschweifenden Exzessen, musikalisch vielleicht einen Hauch zu belanglos, knapp an der Großartigkeit vorbei. Dennoch Stilecht, Prägnant und unverwechselbar Ost+Front. Mir persönlich fehlt ein Highlight, ob nun musikalisch oder textlich, oder gar beides wie z.B. Suizid. Bei einem Jubiläumsalbum hätte ich da einen Track erwartet bei dem man sich nicht mal traut weiter zu atmen… aber gut es hat nicht sollen sein. Adrenalin gefällt trotzdem, findet geschmeidig den Weg vom Innenohr ins wippende Bein und die Texte sorgen für jede Menge Bilder im Kopf die man nicht so einfach wieder los wird.

Von mir eine ganz klare Empfehlung – auf jeden Fall anhören.

Ost+Front im Netz:
www.ostfront.de
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Rudi @ Radio Darkfire – www. Radio-darkfire.com
Rüdiger Borchard

Stumgefluester im Interview bei Wetterhexe

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Unsere Wetterhexe hat sich ausführlich  mit Sascha Silz von Sturmgeflüster unterhalten. 
Das wurde von unserem Gast dann grafisch hinterlegt, und kann nun als Video über die Plattform CoBay genossen werden. Wir wünschen gutes Infotainment!